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Sommer, Sonne, Sonnenschein
Zum ersten Mal in diesem Sommer im Freibad gewesen! Sonne, Wasser,
Eis schlecken. Endlich! Habe mir vorgenommen, jetzt jeden Tag vor
oder nach der Arbeit eine Runde schwimmen zu gehen. An die viele
nackte Haut musste ich mich aber erst mal wieder gewöhnen. Nach
diesem Endlos-Winter diese Massen an unbedeckten Füßen, Beinen,
Bäuchen ... schon komisch. Und auch, dass mit dem Sommer wieder
all diese Wettbewerbe und Vorzeige-Shows beginnen...
1. Bikinis: Habe mich selbst dabei ertappt, die Badebekleidung
der anwesenden Damenwelt genauen Betrachtungen unterzogen zu haben,
und das gleiche haben, glaube ich, auch alle anderen Frauen bzw.
Konkurrentinnen gemacht. Ist ja auch so praktisch, eine Sonnenbrille
im Gesicht erleichtert den Voyerismus einfach ungemein. Mein Favorit
wurde ein einfaches Modell an einer Braungelockten mit asymetrischem
80er-Jahre-Muster bedruckt in beige-braun-lila.
2. Tattoos: Ich mag keine Tätowierungen. Der Rest der Welt aber
scheinbar umso mehr. Habe an diesem Freibad-Nachmittag allein neun
„Arschgeweihe“ (die respektlose Bezeichnung von Stefan für diese vor
ein paar Jahren modern gewordenen Tätowierungen bei Frauen knapp über
der Unterhosenkante, meist bei Aerobic-Tanten) gezählt. Außerdem ungefähr
sechs Oberarm-Tätowierungen und vier Unterschenkel-Tätowierungen bei
Männern und noch diverses Kleinzeugs. Eine plausible Antwort, warum
mir die Körperbilderchen nicht gefallen, ist mir aber nicht eingefallen.
3. Bräune: Man konnte schon ganz gut erkennen, wer regelmäßig
die Solarien der Stadt frequentiert. Sonnenstudios finde ich fast
genauso bescheuert wie Tattoos. Aber: Ehrlich gesagt, waren die
Vorgebräunten doch irgendwie die Sieger. Sie passten einfach besser
zu der Sommer-Szenerie. Und die ganz Blassen sollten wenigstens keinen
schwarzen Bikini anziehen. Solche scharfen Kontraste sind in der bunten
Freibad-Welt schwer zu ertragen.
4. Figur: Nirgends sieht man soviele fast nackte Menschen auf einem
Fleck wie an einem Sonntagnachmittag in einem überfüllten Freibad. Der
Figurvergleich ist unvermeidbar. Dicke Menschen verstecken sich anscheinend
trotz 30 Grad in der Wohnung. Wirklich Übergewichtige habe ich jedenfalls
nicht gesehen, ein paar Speckrollen natürlich schon und auch eine Boybuilder-Lady.
Mein Fazit für mich: Bikini ok, Tattoos will ich immer noch nicht, Nachholbedarf
in sachen Bräune, Figur gutes Mittelfeld. Die Sommer-Lage gecheckt, das nächste
Mal will ich nur schwimmen und mein Buch lesen. Ehrlich.
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