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Zweifel, rotblond

2006-05-15

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2006-02-21

Sturmflut

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Heimliche Tests

2005-05-15

Ein neuer Job

Vaterschaftstest im ZDF

Ich muss schon zugeben, dass mein Leben während der Woche nicht besonders aufregend ist. Seit ich täglich meine Vaterschaftstests betreue und in Regensburg wohne, wo ich immer noch nicht besonders viele Leute kenne, besteht mein Feierabendprogramm oft aus Fernsehen. Was habe ich früher immer über die Leute gelästert, denen nichts besseres einfällt, als sich vor die Kiste zu knallen. Jetzt lasse ich mich selbst immer öfter von billigen Shows und seichten Filmchen einlullen. Gestern Abend funktionierte das TV-Dämmern aber ausnahmsweise nicht. Ganz im Gegenteil, ich musste mich richtig aufregen und nur noch mit dem Kopf schütteln.

Nach der Tagesschau war ich beim ZDF hängen geblieben - schon rein aus beruflichem Interesse, nachdem ich gemerkt hatte, dass es um ein Kuckuckskind und Vaterschaftstests geht. In Ein Albtraum von 3 1/2 Kilo zelebrierten Jan Gregor Kremp und Désirée Nosbusch die perfekte Liebe: Tolles Haus, tolle Jobs, und dann auch noch ein (tolles) gemeinsames Kind. Ein paar Tage nach der Geburt allerdings wird das Baby immer dunkler und Kremp alias Jean Meyer im Film wird klar, er ein Bettlaken-weißer Deutscher kann nicht der Vater des kleinen Emil sein.

Meyer flippt aus. Seine Frau hat ihn offensichtlich mit einem Schwarzen betrogen, ihn eiskalt hintergangen und stellt ihn vor sämtlichen Nachbarn und Freunden bloß. Doch Nosbusch alias Kathrin Meyer streitet ein Techtelmechtel konsequent ab. Aus der rosaroten Idylle wird ein kleiner Rosenkrieg. Jean Meyer sucht das Leben seiner Frau nach schwarzen Männern ab, vom Postboten bis zum (schwulen) Arbeitskollegen. Nun fragt man sich, wie bei dieser Sachlage (schwarzes Kind von weißem Mann) noch ein Happy End herauskommen soll ...?

Im ZDF funktioniert das so: der (schon etwas ältere) schwarze Jazz-Saxophonist, den Jean Meyer schließlich in Paris findet und als Affäre seiner Frau identifiziert, entpuppt sich als lang zurückliegender Seitensprung seiner Mutter. In Wahrheit ist also Jean Meyer der Sohn eines Schwarzen. Von dem hat er aber nur das Faible für Jazz geerbt. Dunkle Hautfarbe und Gesichtszüge haben eine Generation übersprungen und werden erst beim Enkel sichtbar.

Nun ist die Vererbung der Hautfarbe zwar eine höchst komplizierte Angelegenheit, aber dass das Kind eines Schwarzen so weiß ist wie Jean Meyer und auch sonst keinerlei optischen Merkmale des Vaters aufweist, ist höchst unwahrscheinlich!! Fast noch mehr, als über die Konstruktion der Geschichte, musste ich mich über den Vaterschaftstest im Film aufregen:

Zum einen wird Jean Meyer als "Babyquäler" angefeindet, weil er seinem Kleinen ein bisschen Spucke abverlangt, zum anderen heißt es, Kind, Vater und Mutter müssen mitmachen und darüber hinaus sitzen sie noch im Wartezimmer einer Praxis. Für einen Vaterschaftstest muss man logischerweise nur Kind und Vater vergleichen und im Wartezimmer outen muss sich auch keiner. Die Speichelproben werden einfach mit der Post verschickt.

So, heute Abend bleibt die Glotze besser aus ...


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