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Vaterschaftstests in der ARD
Die Ärzte, die Pfarrer, die Anwälte ... - alle möglichen Berufsgruppen sind schon als Modewellen durchs Fernsehen geschwappt. Irgendwann brauchte jede Serie einen Schwulen oder eine Lesbe, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Dann interessierten sich alle für Lust und Frust amerikanischer Karrierefrauen. Parallel strömten immer wieder neuen Varianten des Reality-TV und unzählige Talk- und Quizshows auf die Mattscheibe.
Der neueste Trend sind Vaterschaftstests! Letzte Woche dachte ich noch, der ZDF-Film, in dem der Vater glaubte, das Kind könne unmöglich von ihm sein, sei eine Eintagsfliege gewesen. Doch nur sechs Tage später zieht die ARD nach. Ich bin beeindruckt. Aber die Lindenstraße war ja schon immer groß im Aufgreifen aktueller Themen.
Damit Brisanz in die Geschichte reinkommt, geht es dort natürlich um einen heimlichen Vaterschaftstest. Momo, der Vater von Iffis erstem Kind, hatte im vergangenen Herbst einen One-Night-Stand mit der Mutter seines Sohnes. Prompt war Iffi schwanger, allerdings behauptete sie neun Monate lang steif und fest, gemäß dem Geburtstermin könne nur ihr aktueller Partner der Vater sein.
Weil sie sich aber nicht wirklich sicher war, tat sie vorsichtshalber alles, um Momo aus ihrem Leben zu entfernen und den Kontakt mit ihrem gemeinsamen Sohn zu verhindern. Momo sah rot und haute mit dem Kind in den Untergrund ab. Von dort aus wollte er nun rauskriegen, ob Iffis Baby Antonia nicht doch seine Tochter ist. Sein Bruder Philip hat sich nun in der letzten Folge an Iffi und das Kind herangemacht und eine Speichelprobe besorgt.
Ich bin schon total gespannt auf die nächste Folge. Hoffentlich kommt dann schon heraus, ob Momo der Vater ist oder nicht. Allerdings dauert es ja mindestens zwei Wochen, bis die Jungs die Spucke weggeschickt haben und das Test-Ergebnis bekommen und bis zur nächsten Lindenstraße-Folge vergeht nur eine Woche.
Ich muss also mindestens bis übernächste Woche warten, bis ich erfahre was los ist - sofern sich die ARD an reale Bedingungen hält. Naja, wenn der Vaterschaftstrend so weitergeht, kann ich mich in der Zwischenzeit bestimmt wunderbar mit anderen TV-Geschichten über Seitensprünge und Kuckuckskinder unterhalten. Die Lindenstraße war ja schon immer Trendsetter. Wenn ich mich recht erinnere, hatten die auch den ersten Schwulen. Bald danach wimmelte es nur noch so von Homosexuellen im Fernsehen. Demnächst werden sämtliche Vorabend-Serien auf den Zug aufspringen. Bald werde ich von der Arbeit heimkommen, den Fernseher zum Relaxen einschalten und mehr Vaterschaftstests als in der Arbeit sehen...
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