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Deutsche Einheit 2005
Abgesehen von dem miesen Wetter, fühl ich mich heute richtig gut. Ein
laaanges Wochenende mit Stefan wartet auf mich - dank der optimalen
Platzierung eines Feiertages auf einen Montag. Drei Tage weder
Vaterschaftstests noch frühes Aufstehen. Wunderbar.
Für den Grund des schönen "Brücken-Wochenendes" interessiert sich aber
niemand. Die Wiedervereinigung ist den Deutschen im Jahr 2005 herzlich egal.
Immer noch wird fleißig unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschen und
von all dem frühen Einheitsglück ist nur ein Feiertag Anfang Okober übrig
geblieben, der seitdem beide Seiten glücklich macht.
Noch skurriler finde ich allerdings das Zusammentreffen des Festes "Deutsche
Einheit" mit der tatsächlichen deutschen Uneinigkeit in der Politik.
Gegensätzlich könnte es nicht sein. Während Deutschland 1990 (West und Ost)
in eine Richtung schaute, nämlich auf Helmut Kohl, wuselt jetzt alles kreuz
und quer durcheinander. Von Einheit nichts zu spüren. Schröder, Merkel oder
vielleicht doch Stoiber oder Müntefering? Und sogar das sonst so relaxte
Bayern (meine zauberhafte Wahlheimat) ist in Aufruhr geraten und wartet
gespannt auf das Duell Beckstein - Huber.
Stefan und ich wollen übrigens die fehlende friedvolle Einigkeit auf der
politischen Bühne mit ein wenig privater Harmonie ausgleichen. Stefan hat
gesagt, das Hauen und Stechen jeden Tag im Fernsehen zu sehen, reiche ihm.
Wenigstens zwischen uns zwei, wünsche er am "Einheits-Wochenende" keinerlei
Zwist. Das kann man nun als typisch männlich konfliktscheu auslegen, oder
aber auch als guten Willen zum Einvernehmen. Weil auch ich meinen Beitrag
zum würdevollen Begehen dieses Jahrestags leisten will, nehme ich mal
letzteres an. Ob Stefan und ich die happy Einheit tatsächlich drei Tage lang
durchhalten, erfahren sie dann nächste Woche.
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