|
|
 |
 |
 |
 |
Randgruppe Kuckuckskind-Väter
Zunächst bekam ich einen Riesenschock. Statt 5 bis 20 Prozent der Kinder sollen nur mickrige 3,7 Prozent Kuckuckskinder sein. Das hat ein englischer Forscher vor einer Woche der Zeitschrift Brigitte erzählt. Wenn man mit Vaterschaftstests sein Geld verdient, so wie ich, ist so eine Nachricht natürlich nicht gerade ein Stimmungsaufheller. Wenn das stimmt mit den 3,7 Prozent, dann gibt es viel weniger Auftragsvolumen als bisher angenommen, so dachte ich.
Alle Väter, die gerade Zweifel haben, ob sie wirklich der Vater des Kindes ihrer Frau sind, haben sich wahrscheinlich riesig gefreut. Oder zumindest muss die Nachricht eine ziemlich beruhigende Wirkung gehabt haben. Die Wahrscheinlichkeit ein Kuckuckskind im Nest zu haben, ist ja damit stark gesunken...
Tja, die Wahrscheinlichkeit schon. Aber die Zweifel sind offenbar nicht weniger geworden. Jedenfalls wollten letzte Woche immer noch genauso viele Väter ihre Vaterschaft überprüfen wie vorher. Also alles paletti. Eigentlich. Die zweifelnden Väter können relaxter ihre Tests angehen und die Auftragslage hat sich auch nicht verschlechtert.
Dann, vor zwei Tagen, hatte ich nach vielen positiven Ergebnissen mal wieder einen Test, bei dem der Vater tatsächlich nicht der Vater war. Und da merkte ich, wo der Haken bei dieser neuen Studie lag. Die Männer, die eigentlich gerne die Väter der Kinder wären, von denen sie sich nicht sicher sind, ob sie wirklich ihre sind und dann per Test bestätigt bekommen, dass sie es nicht sind - diese Männer müssen sich ja nun doppelt miserabel fühlen, nachdem feststeht, dass sie eine absolut verschwindend geringe Minderheit sind.
Bei dieser eh schon niederschmetternden Nachricht, ein Kuckuckskind untergeschoben bekommen zu haben, bleibt nun nicht mal der Trost, dass das sowieso einem von zehn passiert. Statt Randgruppe Kuckuckskind-Väter, ist es jetzt die Super-Randgruppe Kuckucksväter. Die Armen, dachte ich.
Übrigens gab es zwischen 1950 und 2004 ganze 33 amerikanische und europäische Studien. Vielleicht kommt ja bald die nächste und es kommt wieder heraus, dass mindestens 20 Prozent Kuckuckskinder sind ...
Noch keine Kommentare.Neuer Kommentar
Impressum
|  |
 |
 |
 |
|
|