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Die letzte Schlacht des Macho
Was haben die Frauen nicht schon alles erreicht – Männer, die sich um die Kinder kümmern, sich
in der Küche auskennen und die Klitoris finden. Im Vergleich zu früheren Zeiten lebt die
moderne Frau in einem Paradies. Die großen Kämpfe der Feministinnen sind bereits geführt
worden und viele Ziele der Frauen in der Zwischenzeit selbstverständlich geworden. Ein Thema
allerdings scheint noch einigen Zündstoff zu bieten. Die Frage: Welchen Nachnamen bekommt
der gemeinsame Nachwuchs? Auf dem Feld der Namenswahl führt der Macho seine letzte
Schlacht.
Bei einer Hochzeit ist immer noch der Kompromiss möglich, dass Braut und Bräutigam ihre
eigenen Nachnamen behalten. Doch spätestens beim ersten Kind braucht es einen
Familiennamen, einen Namen für die gemeinsamen Kinder. Und dann kann es ziemlich zur Sache
gehen. Zumindest verfolge ich zu diesem Thema gerade eine immer heißer werdende
Auseinandersetzung zwischen meiner schwangeren Freundin Miriam und ihrem Freund Christian.
Der will heiraten und dem Kind unbedingt seinen Namen verpassen.
Er heißt Brunner, sie Strobel. Keiner hat einen besonders außergewöhnlichen, seltenen Namen,
den es unbedingt zu erhalten gilt, und besonders hässlich, so dass eine bewusste Weitergabe
Kindesmisshandlung wäre, ist auch keiner. "Genau deswegen verstehe ich nicht, warum es
unbedingt sein Name sein muss", sagt Miriam. "Immerhin muss ich schwanger sein und später
stillen. Warum soll ich den ganzen Stress haben und er seinen Nachnamen vergeben dürfen?"
Christian hat eigentlich überhaupt keine Argumente. Er findet einfach: "Es gehört sich so." Dass
Kinder den Namen ihres Vaters tragen sei normal und wenn gegen diese Regel verstoßen werde,
hafte dem Kind ein Makel an. "Vorstellungen aus den 50er Jahren hat der!", jammert Miriam
über den Vater ihres Babys.
Ansonsten ist Christian übrigens überhaupt kein Macho: Er ist putzfreudiger als Miriam, berät sie
ohne zu Murren auf ihren Shopping-Touren und will eine Auszeit vom Beruf nehmen, um sich
ums Kind zu kümmern. Miriam sagt: "Diese Sturheit mit dem Namen ist wahrscheinlich ein
Relikt, dass noch von den Macho-Genen erhalten geblieben ist. So eine überflüssige Beigabe wie
der Blinddarm." In ihrer Geburtsvorbereitungsgruppe sollen mehrere werdende Väter sein, die
sich bei der Familiennamen-Wahl wie wahre Patriarchen gebärden ...
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