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Zurück
Oh, bin ich froh, dass sich die Festtage dem Ende zu neigen. Das normale
Leben hat mich wieder. Mag nicht mehr reden, trinken, Konversation
betreiben, alte Anekdoten zum 1000. Mal hören. Mag keine Plätzchen mehr
essen, keinen Glühwein mehr trinken, keine Verwandtschaft mehr treffen.
Freue mich auf einsame, schweigsame Fernsehabende, früh zu Bett gehen und
einfachen, unspektakulären Alltag.
Dabei war es eigentlich gar nicht so übel. Stefan und ich haben doch noch
einen Kompromiss gefunden, wie wir Weihnachten zwischen unseren Familien
aufteilen. Weil wir beide aus der gleichen Ecke kommen, konnten wir ohne
große Probleme hin- und herspringen. Am Nachmittag des Heiligen Abends
Kindermette und anschließend Bescherung für seine kleinen Neffen und Nichten
im lauten Familientrubel, dann ruhiges Abendessen und Bescherung mit meinen
Eltern. Am 25. Mittagessen bei ihm, dann Rundfahrt zu seinen Tanten und
Onkels, und am 26. schließlich ein großes Schulfreunde-Treffen.
Bis gestern war ich noch bei Stefan in Stuttgart und natürlich ging es auch
noch nach Weihnachten mit diversen Feierlichkeiten weiter. ?Jetzt, wo
endlich alle mal da sind?, hieß es ständig von Verwandten oder alten
Freunden. Silvester konnte ich dann schon fast nicht mehr und so wurde es
ein ziemliches gezwungenes Gefeiere ins neue Jahr. Insgeheim wäre ich am
liebsten 2005 ins Bett gegangen und 2006 wieder aufgewacht. Frisch und
ausgeruht einen großen Neujahrsspaziergang zu machen, hätte mir bedeutend
mehr Spaß gemacht, als unter dem obligatorischen Kater und Ohrensausen von
zu lauten Knallern zu leiden.
Aber was tut man nicht alles, um den Gemeinschaftsritualen Folge zu leisten.
Von Weihnachten bis Anfang Januar verwandeln sich die größten Einzelgänger
und Individualisten in Herdentiere und Geselligkeitsfanatiker. Der
Gruppenzwang wirkt bei jedem. Und auch, wenn man danach so ausgelaugt ist,
wie ich, ist es doch wunderbar, so eine Zeit im Jahr zu haben. Nach dem Bad
in der weihnachtlichen Wir-lieben-uns-alle-Glückseligkeit, kann man das
Alleinsein erst wieder richtig genießen.
Stefan und ich sehen uns dieses Wochenende auch nicht. Ich muss also mit
niemanden reden, trinken oder tanzen ... wunderbar ... könnte nach dem Bad
in der Menge aber auch umso langweiliger werden. Vielleicht also, sehne ich
mich nächsten Sonntag schon wieder zurück nach lauten Festen und
weingetränkter Unterhaltung.
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