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Späte Liebe
Unsere Generation der Um-die-30-Jährigen hat es schwer: Erst finden wir trotz
akademischer Weihen keinen Job. Dann wollen wir Kinder, bekommen Familie und
Arbeit aber nicht unter einen Hut und müssen uns vielleicht auch noch mit
Vaterschaftstests herumschlagen, die uns bittere Wahrheiten verkünden.
Die Zukunft sieht auch nur düster aus: Bei Arbeitslosigkeit gibt es Hartz IV und an die
magere Rente wollen wir gar nicht denken. Da bringt eine neue Studie zum Thema Sex
im Alter Licht ins Dunkel (
„Sueddeutsche
Zeitung: Die Lust der späten Jahre").
Demnach sind Leute zwischen 56 und 65 in der körperlichen Liebe aktiver als junge
Leute unter 25. Na, da steigt doch die Laune: Etwas, worauf man sich freuen kann.
Angeblich hat der Spaß am Sex unter den Senioren in den letzten Jahren sogar
zugenommen. Woher ich das alles weiß? – Mein Freund Stefan hat mir die Infos passend
zum Valentinstag nachgereicht. Den roten Rosen schickte er den Link zu dem Senioren-
Sex-Artikel hinterher, unter dem Motto „Die Zukunft bleibt rosarot".
Und ich muss sagen, tatsächlich hören sich die Prognosen besser an als gedacht.
Sexualität im Alter ist weiterhin möglich, aber der Wunsch danach „weniger dringlich".
Also wenn kein Sexleben stattfindet, dann vermisst man es auch nicht, und wenn doch,
umso besser…
Vielleicht hat Stefan den Artikel aber auch mit seinem alten Hintergedanken der baldigen
Eheschließung und Nachwuchszeugung geschickt. Ich wollte ihm die Geschichte neulich
mal wieder ausreden mit dem Argument, dass schreiende Säuglinge wahre Sex-Killer
sind. Er will mich/uns jetzt wohl aufs Alter vertrösten?
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